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Belagerung von Konstantinopel
 
Situation des byzantinischen Reichs
 
Geschichte
 
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Situation des byzantinischen Reichs

In den rund tausend Jahren der Existenz des Byzantinischen Reichs war Konstantinopel oft belagert worden; doch es war nur einmal gefallen, während des Vierten Kreuzzugs im Jahre 1204 (Lateinisches Kaiserreich).

Die Kreuzfahrer hatten jedoch überhaupt nicht vorgehabt, das Reich zu erobern, und so wurde die Stadt im Jahre 1261 wieder byzantinisch. In den folgenden zwei Jahrhunderten wurde das byzantinische Reich von einer neuen Bedrohung, dem osmanischen Reich, immer weiter zerstückelt. 1453 bestand das "Reich" aus nicht mehr als der Stadt Konstantinopel selbst und einem kleinen Teil des Peloponnes.

Die byzantinische Armee befehligte ungefähr 7.000 Soldaten, von denen 2.000 Söldner aus anderen Ländern waren. Die Stadt besaß 14 km an Stadtmauern und war somit die wahrscheinlich am besten befestigte Stadt ihrer Zeit. Die Osmanen hatten hingegen eine viel größere Armee von 100.000 Mann. Mehmed baute zudem eine Flotte, um die Stadt aus dem Meer zu Fall zu bringen.
Die Osmanen stellten einen böhmischen Schmied namens Urban ein, der ein Spezialist in der Herstellung von Kanonen war. Er baute eine enorme Kanone, die über 8 Meter lang war, einen Rohrdurchmesser von 75 cm hatte und ein 544 Kilogramm-Geschoss über eine Meile weit schießen konnte. Obgleich auch das byzantinische Reich über Kanonen verfügte, waren diese viel kleiner, und ihr Rückstoß tendierte dazu, die eigenen Mauern zu beschädigen. Urbans Kanone hatte jedoch auch einige Nachteile. Sie war ungenau; es dauerte lange, bis sie wieder abgefeuert werden konnte; es gab kaum Kanonenkugeln aus Eisen sondern hauptsächlich aus Stein, und die Kanone explodierte nach sechs Wochen, weil sie in zu kurzen Abständen (20 Minuten gemäß christlichen Quellen, 1 Stunde gemäß moslemischer Quellen) abgefeuert worden war.